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Willkommen in der Retro Postmoderne

Versorgerin 80, Dezember 08

Ein Kommentar von ur, servus.at

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Kommentar

Nun sitzen wird also mitten im lila, rosa, grün blinkenden Disneyland der dobuschen Turbo-Kulturentwicklung. Der alten Fassade der Kirchengasse 4 und anliegenden Häusern ist liebevoller Betonraum verordnet worden. Jetzt fehlen noch ein paar designte Möbel, Blumentöpfe und Grasfleckerl auf Rollen, ein paar Überwachungskameras und ein Security Dienst, dass wir uns endlich mit dem trendigen Wiener MQ vergleichen können. Schema F.


Schock! Horror! Es ist Linznulljein!

Versorgerin #80, Dezember 08

Eigentlich wollte Linz ja bloß Kulturhauptstadt werden. Dann aber begannen Planung und Programmentwicklung zu diesem Event. Seither trägt Linz eine weitere Würde. Als Ambivalenzhauptstadt Europas. Von Andreas Kump.

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Artikel

Beginnen wir mit einer journalistischen Todsünde – mit einer waschechten Selbstreferenzialität. Die immer dann über nicht zu beneidende Lesende kommt, wenn ein Journalist darüber schreibt wie es einem zweiten Journalisten bei der Arbeit ergangen ist. Was normalerweise für schwierige Situationen der Berichterstattung vorbehalten ist – für Kriegshandlungen, Zensurversuche oder die privilegierte Erfahrung anderer Katastrophen –, aber vielleicht handelt es sich ja um eine solche.


…and I sing a nickle song

Versorgerin #80, Dezember 08

Andreas Wahl über "Der Zwerg ruft" von Kurt Palm.

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Artikel

Das Ende November vom Theater-Phönix gegebene Stück “Der Zwerg ruft” ist eine wirklich lustvolle Auseinandersetzung mit den Vorwehen des Kulturhauptstadtjahres in Linz. Sitzt man in der Inszenierung von Kurt Palm, so überkommt einen das Gefühl, als hätten sich hier ein paar Lausbuben ans Werk gemacht, um den Kulturhauptstadtmachern kräftig ans Bein zu pinkeln und vor die Tür zu scheißen.


Ein Baustellengespräch

Versorgerin #80, Dezember 08

Eine Groll-Geschichte von Erwin Riess.

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Artikel

Groll und der Dozent standen in Linz-Urfahr vor einer Häuserzeile an der Donau. Behutsam restaurierte Häuser, dezent gefärbelt, mit Proportionen ausgestattet, die dem ungestümen Fluß gegenüber Respekt ausdrücken, aber auch eine gewisse Trotzigkeit zeigen. Wir lassen uns von dir, Fluß, nicht vertreiben, sagen die Häuser, wir sind aber andererseits auch froh, daß es dich gibt, denn du verleihst unserer harten Existenz im rauhen Norden der Stadt Weltläufigkeit.


Mutig in die neuen Zeiten

Versorgerin #80, Dezember 08

Heller brachte uns den Neoliberalismus. Meint Andreas Wahl.

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Artikel

„Mit Heller / werden wir zum Bestseller“ hat der Linzer Kulturstadtrat Erich Watzl in seiner Abteilung dichten lassen. Der Öffentlichkeit vorgestellt hat er diesen Zweizeiler bei der Präsentation des Programmbuches für das Kulturhauptstadtjahr 09. Eigentlich wollte er dieses Kleinod der heimischen Dichtkunst dem Theater Phönix entgegenschleudern, das seit 20. November das Stück „Der Zwerg ruft“ von Kurt Palm gibt. Die darin auftretende Figur des „Kulturmanagers Dunkler“ trägt nämlich ein T-Shirt mit der Aufschrift „Watzl is my Schatzl“.


Kreativ? Klasse!

Versorgerin #78, Juni 08
2015 will Linz die interessanteste Stadt Österreichs sein. Im Standortwettbewerb sollen „Creative Industries“ für Attraktivität sorgen. Um diese anzusiedeln und zu binden, stehen der Stadt aber große Anstrengungen bevor. Von Andreas Kump

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Artikel

Monocle, ein englisches Magazin und Guide für geschmacksichere Lebensführung, widmete jüngst eine Ausgabe dem „Bauen besserer Städte, Viertel und Wohnorten“. Die Titelgeschichte: Eine Rangliste der 25 lebenswertesten Städte der Welt. Am ersten Platz: Kopenhagen, gefolgt von München und Tokyo. Auf Platz sechs der u.a. mit Sonnenstunden, Mordraten und internationalen Flugverbindungen zustande gekommen Liste findet sich Wien.


"Glasschock!"

Versorgerin #78, Juni 08

Christian Wellmann hat ihn. Und Linz die Bauwut.

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Artikel

Gedanken zur Baugrube 4020 lassen mich in eine wütende Starre verfallen. Ein Thema, inzwischen so umfassend wie das Neue Testament. Mein Leben wird dadurch immer mehr zur Baustelle ohne Ablaufdatum. Jeden Tag neue in Beton gegossene Luftschlösser. Dreckiger Lärm. Modernisierungswahn manifestiert in Prunkbauten und einer cleanen Stadtansicht für sonnige Konsumfreudigkeit. Ablenkung vom Wesentlichen durch Armutszeugnisse in den Disziplinen Kunst, Kultur und Architektur.


Editorial

Versorgerin #78, Juni 08

Post von Seiner Intendanz:

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Artikel

Liebe Redaktion Versorgerin,

mit teils größerer, teils geringerer Neugier nehme ich die Kommentare der
Versorgerin zum Thema Linz09 zur Kenntnis. Und frage mich, ob statt der
risikolosen Einzelbetrachtung es nicht an der Zeit wäre, eine wirkliche
Diskussion durchzuführen und danach zu publizieren – zu welchen thematischen
Aspekten des Kulturhauptstadtprojektes auch immer.

Falls Sie an einer solchen Diskussion Interesse haben, so stehe ich gern zur
Verfügung.

Mit der Bitte um kurzen Bescheid, und

mit herzlichen Grüßen

Martin Heller
Intendant


Town in Fear

Versorgerin #77, April 08

Wer bestimmt, wer sich im öffentlichen Stadtraum aufhält? Von Franz Fend

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Artikel

Manchmal passieren Dinge, die selbst erfahrene MedienrezipientInnen in Staunen versetzen. Die Linzer Rundschau, ein Blatt von dem man das nicht vermuten würde, hat sein Herz für die Obdachlosen entdeckt. Auf einer ganzen Seite wurden kürzlich Sozialvereine vorgestellt, die sich der Probleme der Obdachlosen annehmen, es kamen Sozial-Experten zu Wort, die betonen, dass die „sichtbaren Obdachlosen nur die Spitze des Eisbergs“ seien.


Im Schwitzkasten

Versorgerin #76, dezember 07

So hat es ja kommen müssen! Seit vor mittlerweile x Monaten klar geworden war, dass ausgerechnet Linz zur Europäischen Kulturhauptstatt 2009 werden soll, scheint alles immer schlimmer zu werden. Ein "Kommentar" von Chris Eder.

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So hat es ja kommen müssen! Seit vor mittlerweile x Monaten klar geworden war, dass ausgerechnet Linz zur Europäischen Kulturhauptstatt 2009 werden soll, scheint alles immer schlimmer zu werden. Zuerst stellt sich heraus, dass die maßgeblichen Linzer Politiker und Finanziers unter Kultur hauptsächlich das schnelle Abreissen, Aufgraben, Umwidmen und Betonieren im Zusammenhang mit Immobilien verstehen, dabei auf partizipative Planungsmethoden pfeiffen und das Ganze mit einem vagen "für die Kulturhauptstadt" rechtfertigen.


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