Intendanz

Respektlos, zynisch, unprofessionell.

Bernhard Langs Oper „Montezuma-Fallender Adler“, eine zentrale Musikproduktion für Linz09, Kulturhauptstadt Europas, wurde Ende Juni 08 kurzfristig abgesagt. Wegen des „finanziellen Aufwand(s), der sich aus den Forderungen aller Beteiligten ergibt“, wie die 09-Intendanz lapidar bemerkte. Lang erläutert im freiStil-Interview die wahren Hintergründe der plötzlichen Absage.

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Interview

freiStil: Wie war die Entstehungsgeschichte deiner Oper "Montezuma-Fallender Adler"? Was ist ihr Inhalt, was ihre Form? Und wie hätte die Aufführung am 8. Juli 2009 in Linz verwirklicht werden sollen?


Stop/Rewind + mixdown

Überlegungen zu Linz09 und danach von Pamela Neuwirth erschienen in KUPFzeitung 128/08

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Artikel

Als ich im Frühjahr 08 den oberösterreichischen Autor Rudolf Habringer auf der Buchmesse Leipzig zum Interview traf, fanden wir uns in einem schicken Linz09-Cafe wieder und waren doch perplex: das Cafe sollte als Rahmen für Lesungen der AutorInnen fungieren; neugierig studierten wir den Linz09-Katalog, was denn Linz09 bislang mit Literatur zu tun hätte? Wirklich fündig wurden wir nicht - seltsam damals, das Linz09-Cafe in Leipzig.


Mutig in die neuen Zeiten

Versorgerin #80, Dezember 08

Heller brachte uns den Neoliberalismus. Meint Andreas Wahl.

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Artikel

„Mit Heller / werden wir zum Bestseller“ hat der Linzer Kulturstadtrat Erich Watzl in seiner Abteilung dichten lassen. Der Öffentlichkeit vorgestellt hat er diesen Zweizeiler bei der Präsentation des Programmbuches für das Kulturhauptstadtjahr 09. Eigentlich wollte er dieses Kleinod der heimischen Dichtkunst dem Theater Phönix entgegenschleudern, das seit 20. November das Stück „Der Zwerg ruft“ von Kurt Palm gibt. Die darin auftretende Figur des „Kulturmanagers Dunkler“ trägt nämlich ein T-Shirt mit der Aufschrift „Watzl is my Schatzl“.


Schock! Horror! Es ist Linznulljein!

Versorgerin #80, Dezember 08

Eigentlich wollte Linz ja bloß Kulturhauptstadt werden. Dann aber begannen Planung und Programmentwicklung zu diesem Event. Seither trägt Linz eine weitere Würde. Als Ambivalenzhauptstadt Europas. Von Andreas Kump.

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Artikel

Beginnen wir mit einer journalistischen Todsünde – mit einer waschechten Selbstreferenzialität. Die immer dann über nicht zu beneidende Lesende kommt, wenn ein Journalist darüber schreibt wie es einem zweiten Journalisten bei der Arbeit ergangen ist. Was normalerweise für schwierige Situationen der Berichterstattung vorbehalten ist – für Kriegshandlungen, Zensurversuche oder die privilegierte Erfahrung anderer Katastrophen –, aber vielleicht handelt es sich ja um eine solche.


…and I sing a nickle song

Versorgerin #80, Dezember 08

Andreas Wahl über "Der Zwerg ruft" von Kurt Palm.

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Artikel

Das Ende November vom Theater-Phönix gegebene Stück “Der Zwerg ruft” ist eine wirklich lustvolle Auseinandersetzung mit den Vorwehen des Kulturhauptstadtjahres in Linz. Sitzt man in der Inszenierung von Kurt Palm, so überkommt einen das Gefühl, als hätten sich hier ein paar Lausbuben ans Werk gemacht, um den Kulturhauptstadtmachern kräftig ans Bein zu pinkeln und vor die Tür zu scheißen.


Die Erfüllung großer Erwartungen

Anita Hofer begibt sich in Niederungen und lässt Martin Lorenz erstehen.
erschienen in KUPFzeitung 127/08

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Kolumne

Erschrocken dreht er sich um und verschüttet fast seinen Aperol. Gerade hat er sich dasselbe gefragt. „Und, ist die Stadt noch dieselbe wie vor 6 Jahren?“ Lächelnd kommt die Studentin der Integrativen Kommunikationswissenschaften auf ihn zu und nimmt einen Schwall der lauten, stickigen Festluft von drinnen auf den Balkon mit.


130

130% ehrlich meint es Martin Heller. Norbert Trawöger fragt, was sich hinter dieser Zahl versteckt und was sie wohl bedeutet?
erschienen in KUPFzeitung 126/08

Format: 
Kolumne

Mathematik war nie mein Fach. Als ich vor 23 Jahren in die gymnasiale Oberstufe eintrat, schlug sich mein Mathematik-Professor, angesichts meines Familiennamens, auf seine, aufgrund völligen Kopfhaarverlusts erst im Nacken endende, Stirn und zog seinen Schnauzer derart nach unten, dass seine Barthaare auf den Katheder zu tropfen begannen. Vier meiner familiennamensgleichen Vorfahren hatten sich bereits untilgbar in sein mathematisches, wenn auch wenig pädagogisches Gedächtnis eingebrannt und ihn zu dieser spontanen und prophetischen Geste hingerissen.


Editorial

Versorgerin #78, Juni 08

Post von Seiner Intendanz:

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Artikel

Liebe Redaktion Versorgerin,

mit teils größerer, teils geringerer Neugier nehme ich die Kommentare der
Versorgerin zum Thema Linz09 zur Kenntnis. Und frage mich, ob statt der
risikolosen Einzelbetrachtung es nicht an der Zeit wäre, eine wirkliche
Diskussion durchzuführen und danach zu publizieren – zu welchen thematischen
Aspekten des Kulturhauptstadtprojektes auch immer.

Falls Sie an einer solchen Diskussion Interesse haben, so stehe ich gern zur
Verfügung.

Mit der Bitte um kurzen Bescheid, und

mit herzlichen Grüßen

Martin Heller
Intendant


"Hinaus aus der Stadt mit dem Schuft"

„Hinaus aus der Stadt mit dem Schuft“ (frei nach Karl Kraus)
Kommentar von Andi Wahl

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Kommentar

„Hinaus aus der Stadt mit dem Schuft“ (frei nach Karl Kraus)

Kommentar von Andi Wahl

In einem Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten (12.3.08) meinte 09-Intendant Martin Heller zur Aussage des Phönix-Leiters Harald Gebhartl, dass sich das Phönix durch 09 seine Seele nicht rauben lasse: „Wir kennen das aus ethnologischen
Berichten: Mit dieser Begründung wollten sich Eingeborene nicht
fotografieren lassen. Das trifft die Sache ganz gut: Da wehrt sich
jemand dagegen, auf eine andere Weise wahrgenommen zu werden, als auf


Wiltrud Hackl verkleidet sich als Martin Heller und schreibt einen Text.

In dieser Ausgabe wurde Wiltrud Hackl eingeladen, die Kolumne "Odyssee 2009" zu schreiben.
erschienen in KUPFzeitung 124/08

Format: 
Kolumne

Bin ich froh. Ich freu mich ja so, wenn das endlich losgeht und dann wieder vorbei sein wird. Länger hält die Spannung ja keiner aus. Unerträglich ist das. Eigentlich mag ich mir gar keine Gedanken mehr machen zum Thema. Schlafen will ich und träumen. Ein wenig herumsitzen da an dieser Donaulände, wenn es da nicht soviel von diesem Metallzeug hätte. Oder auch mal in den Winterhafen spazieren gehen. Wenn der nicht soweit weg wäre. Und dann will ich essen gehen. In eins der Restaurants. Wenn die überhaupt geöffnet haben.


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